Das Problem
Der Mittlere Schulabschluss (MSA) besteht aus zwei Teilen: Dem Abschlusszeugnis der
10. Klasse und vier Prüfungen, die als Zentrale Abschlussprüfung (ZAP) bezeichnet werden.
Während diese Prüfungen in Berlin "MSA" genannt werden, werden sie in Nordrhein-Westfalen "ZAP"
oder schlicht "AP" (Abschlussprüfung) genannt. Die Struktur der Prüfungen ist in allen Bundesländern gleich:
Es gibt je eine Abschlussprüfung in den drei Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch (oder einer anderen
ersten Fremdsprache) sowie eine Präsentationsprüfung in einem weiteren Fach.
Während die Präsentationsprüfung neu erarbeitet wird, sehen die Abschlussprüfungen anders aus.
Hier kann alles geprüft werden, was ab der achten Klasse im Unterricht Thema war oder Thema hätte
sein sollen.
Dadurch stehen Schüler und Schülerinnen wie ihre Lehrer und Lehrerinnen vor einem Dilemma:
Einerseits müssen sie den Stoff der 10. Klasse lernen und die aktuellen Themen für die üblichen Klassenarbeiten,
Tests und den Unterricht selbst sicher präsent haben. Schließlich machen die Zeugnisnoten die eine Hälfte des MSA aus.
Andererseits müssen auch die vergangenen Lerninhalte aufgearbeitet werden, denn die zentralen Abschlussprüfungen
greifen im Stoff bis über zwei Schuljahre zurück. Übrigens sind deswegen auch die Lehrkräfte an den Schulen mancher Bundesländer
explizit gehalten, auf die Abschlussprüfungen nicht gesondert vorzubereiten (woran sich zum Glück aber nur wenige halten!).
Durch diese Doppelbelastung wird oft einer der beiden Teile des MSA vernachlässigt - und da der aktuelle Stoff
Thema in der Schule ist, sind das in der Regel die Abschlussprüfungen selbst.
So erzielen die Prüflinge häufig Noten, die sie enttäuschen - oder fallen gar ganz durch.
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